Blutzucker und Insulin nach der Mahlzeit
Warum resistentes Maltodextrin im Dünndarm nicht wie Zucker verstoffwechselt wird — und was Humanstudien zur postprandialen Glukose- und Insulinantwort zeigen.
Eine verzweigte Struktur, die Verdauungsenzymen widersteht
Fibersol®-2 besitzt eine verzweigte molekulare Struktur mit α-1,2- und α-1,3-Bindungen, die menschliche Verdauungsenzyme nicht aufspalten können (Okuma, J Appl Glycosci, 2002). Dadurch wird der Stoff im Dünndarm kaum resorbiert und führt für sich genommen zu praktisch keinem Anstieg des Blutzuckerspiegels — ein Unterschied zu verdaulichen Kohlenhydraten wie Maltodextrin oder Glukose.
Die Datenlage zur Mahlzeit
Relevanter für den Alltag ist die Frage, was passiert, wenn Fibersol®-2 zusammen mit einer Mahlzeit aufgenommen wird. Eine placebokontrollierte Humanstudie von Yuasa et al. (Jpn Innov Food Ingred Res, 2004, n=35) untersuchte 6 g Fibersol®-2 zur Mahlzeit und maß sowohl den Blutzucker- als auch den Insulinverlauf über 120 Minuten. Ergebnis: eine statistisch signifikant geringere Fläche unter der Kurve (AUC) für Blutzucker (p<0,05) und Insulin (p<0,01) im Vergleich zur Placebo-Gruppe.
Eine breiter angelegte Untersuchung von Tokunaga (J. Japan Diab. Soc., 1999) analysierte die Abschwächung der glykämischen Antwort in Abhängigkeit von der verzehrten Lebensmittelkategorie (fest, flüssig, Getränke) und der Fibersol®-2-Menge (4–9 g) — mit einer erkennbaren dosisabhängigen Wirkung über alle Kategorien hinweg. Eine Meta-Analyse randomisiert-kontrollierter Studien von Livesey & Tagami (Am J Clin Nutr, 2009) bestätigt den blutzuckerdämpfenden Effekt bei gemeinsamer Aufnahme mit Kohlenhydraten.
Was das nicht bedeutet
Diese Studien untersuchen akute, postprandiale Effekte bei gesunden Probanden — sie sind keine Aussage über die Behandlung von Diabetes oder anderen Stoffwechselerkrankungen und ersetzen keine ärztliche Beratung. Fiber Protocol ist ein Nahrungsergänzungsmittel, nicht ein Arzneimittel.
Quellen: Yuasa M. et al. (2004), Jpn Innov Food Ingred Res 7:83-93 · Tokunaga K. (1999), J. Japan Diab. Soc. 42:61-65 · Livesey G., Tagami H. (2009), Am J Clin Nutr 89:114-125.





